Weil es etwas dauert, bis wir am Startpunkt der Route sind, beginnen wir diese Etappe erst gegen 10 Uhr. Sie ist ganz schön lang, über 24 Kilometer, mit einigem Auf und Ab. Also legen wir ordentlich Tempo vor, als wir am Praia dos Caneiros ankommen. Eine ganze Weile laufen wir oben an den Klippen entlang über rote Pfade aus Sand und Steinen, in denen immer wieder fossile Muscheln oder ihre Abdrücke zu sehen sind. Wir haben traumhafte Ausblicke auf die Felswände. Die eine zerklüftet, ein steiler und tiefer Abgrund, die andere fast elegant in ihren Rundungen, mit Durchblicken und natürlich entstandenen Brücken aus Sandstein, die der Ozean ausgewaschen hat. Hinter jeder Biegung staunen wir aufs Neue über die Formen, die die Natur geschaffen hat. Heute Morgen war es noch etwas diesig und bewölkt, aber inzwischen ist es wieder komplett aufgeklart. Wenn wir von den höheren Stellen zurückblicken, sehen wir Lagos liegen und in der Ferne sogar schwach die Klippen von Sagres. Schön, 5 Etappen zurückblicken zu können! Gegen Mittag laufen wir in das Städtchen Carvoeiro ein. Mit weißen Häuschen, ein paar Hotels, kleinen Restaurants und einem schönen Strand. Es ist ein richtiger Touristenort, aber durchaus charmant und ursprünglich. Sicher einer der schöneren Orte an der Algarve, durch die wir gelaufen sind.
Wir machen kurz Pause am Strand. Es ist noch ein ordentliches Stück bis Armação de Pêra, und da jede Biegung aufs Foto muss, kommen wir heute nicht so recht voran. Wir schauen uns die Route an, die wir vorbereitet haben, und sehen, dass wir ein paar Biegungen abkürzen können, sodass wir auf gute 22 Kilometer kommen und etwas mehr Tempo halten können. Damit schaffen wir es wahrscheinlich, im Dorf anzukommen, bevor die Sonne um 18.00 Uhr untergeht. Wir setzen unseren Weg über die Klippen und Strände fort. Ab und zu etwas mehr durchs Hinterland, um Tempo zu machen, und dann wieder zurück zum Ozean. Und mit der orangefarbenen Sonne tief am Horizont laufen wir auf das letzte Stück Strand. Der lange Strand von Armação de Pêra. Es ist noch ein traditionelles Fischerdorf, in dem die Fischerboote nicht in einem Hafen anlegen, sondern auf den Strand fahren, um dort ihren Fang abzuladen. Für uns ist es der Endpunkt der Etappe. Es fühlte sich wie eine lange Wanderung an, aber sie war wieder traumhaft. Und wir sind froh, als wir gerade noch im Hellen an unserem Zeltchen ankommen!








