Die Route von heute führt in einem Bogen um die Bucht von Cádiz herum. Diese Bucht wird durch eine schmale Halbinsel vom Ozean getrennt, auf der die alte Stadt Cádiz liegt. Die Stadt wurde um 1.100 vor Christus von Siedlern aus dem Gebiet gegründet, das heute der Libanon und Syrien ist. Damit ist sie die älteste Stadt Westeuropas. Und dass die Stadt eine reiche Geschichte hat, sieht man gut. Viele herrliche Gebäude sind schön erhalten geblieben, und es gibt unzählige gemütliche enge Gassen, Parks, alte Festungen und Stadtmauern. Lohnt sich für einen Besuch. Wir sind mit der Fähre von El Puerto de Santa María aus einen Tag dort gewesen. Absolut empfehlenswert!
Aber heute werden wir die Stadt nur in der Ferne liegen sehen, und dann vor allem die große Brücke dorthin. Die zwei gigantischen, fast 100 Meter hohen Pfeiler der 5 Kilometer langen Schrägseilbrücke sind in dieser flachen Landschaft meilenweit zu sehen. Gleich als wir den Campingplatz verlassen, sehen wir sie vom Kai aus im schönen roten Licht des Sonnenaufgangs. Wir laufen Richtung Hafen, überqueren den Rio Guadalete über eine bescheidenere Brücke und folgen auf der anderen Seite ein Stück einer größeren Straße.
Nach etwa 5,5 Kilometern können wir die Straße verlassen, und es dauert nicht lange, bis wir in ein Naturschutzgebiet kommen. Wir laufen über einen unbefestigten, sandigen Weg. Schnurgerade zwischen dünenartigem Bewuchs, mit Blick über Seen und Ausläufer der Bucht. Es gibt viele Vögel und Blumen, und es ist Samstagmorgen, also begegnen uns viele freundlich grüßende Spanier. Der Weg wird zu einem Wanderweg aus herrlichen alten Bahnschwellen und einer Brücke über die sumpfigen Stellen und einen Kanal. Danach sind wir schnell in Puerto Real, wo wir am Strand an der Bucht eine Pause machen. Schön, diese Begegnungen beim Pausieren in einem Städtchen. Die Leute staunen, im Winter auf zwei Fernwanderer zu treffen. Das führt öfter zu netten Gesprächen.
Nach dem Break laufen wir wieder eine Weile an einer größeren Straße entlang, bevor die Route wieder in ein Naturschutzgebiet abbiegt. Es ist ein bisschen Sucherei, bis wir auf dem richtigen Weg sind. Der Weg, den Google anzeigt, führt über ein Privatgelände. Das ist abgesperrt, aber über eine verlassene Brücke und ein kurzes Stück 'off road' landen wir doch richtig. Wir laufen auf einem breiten Weg an den Gleisen entlang und werden ihm bis zu dem Städtchen folgen, in dem wir übernachten. Der Weg wird von der gelb blühenden Mimose und dem, noch eben, weiß blühenden Ginster gefärbt. An viel Wasser entlang und über viel Wasser hinweg laufen wir in die Stadt. Wieder so ein schönes altes Städtchen. Es ist noch nicht mal 15:00 Uhr, wir sind also früh genug dran, um es uns nachher noch anzuschauen. Es war wieder eine schöne Etappe heute!










