Auch heute werden wir den Ozean, obwohl wir fast am Strand starten, nur ab und zu in der Ferne sehen. Zwischen Rota und El Puerto de Santa María liegt ein großer Marinestützpunkt mit einem Flugplatz. Dadurch gibt es ziemlich viele Kilometer Küste, an denen wir nicht entlangkönnen. Also eben drum herum. Die Vias Verdes geht noch ein kleines Stück weiter, danach folgt die Route großen Straßen. Wir sind gespannt. Es ist heute Morgen ziemlich frisch und noch recht dunkel, als wir um 8 Uhr am Campingplatz aufbrechen. Am Wegrand sehen wir sogar etwas Raureif auf dem Gras, es ist also wirklich kalt. Aber mit dem Rucksack auf dem Rücken laufen wir uns schnell warm. An Weiden und Häusern vorbei laufen wir auf eine große Straße zu, die wir überqueren müssen. Sie ist völlig leer. Das ist der Vorteil des heutigen Feiertags; es ist deutlich weniger Verkehr unterwegs als sonst. Wir folgen der Straße ein Stück auf einem Radweg daneben, bis wir am Militärstützpunkt ankommen und der Weg aufhört. Uns bleibt nichts anderes übrig, als neben einer Brücke zur großen Straße hinunterzugehen und ihr zu folgen. Die Randstreifen sind voller schöner Blumen, und es ist immer noch nicht wirklich viel los, aber wir sind froh, als wir nach einer Weile ein Sträßchen sehen, das parallel zur großen Straße verläuft. Da läuft es sich deutlich entspannter.
Die Straße führt ins offene Feld, und mit dem aufkommenden Wind fühlt es sich eisig kalt an. Sogar die Handschuhe kommen raus. Die Straße wird unbefestigt und führt weiter durch die Felder. In der Ferne sehen wir die Berge der Sierra de las Nieves, eine Bergkette von fast 2.000 Meter Höhe. Unsere Etappe bleibt ziemlich flach, aber hier und da sind doch ein paar Hügelchen dabei. Es ist eine Weile her, dass wir unsere Waden gebraucht haben! ;-) In der Pause reißt der Himmel langsam auf, und sobald wir losgehen, wird es sofort deutlich wärmer. Schnell laufen wir wieder wie gewohnt im T-Shirt. Wir biegen weiter von der großen Straße ab und laufen an herrlichen Äckern vorbei. Plastik ist hier nicht mehr zu sehen, Blumen umso mehr. Gelbe Rapsfelder färben die Hügel. Es wirkt wie Frühling, am letzten Tag im Februar. Gegen Ende, bevor wir nach El Puerto de Santa María hineinlaufen, gehen wir eine Zeit lang am Rand der Bebauung entlang. Auf den Weiden vor den Mauern der weißen Häuser stehen viele Pferde. Am Rand Kakteen, Palmen und Blumen. Herrlich!
Wir laufen Richtung Ort. Der liegt wieder am Ozean, an der Mündung eines Flusses, des Guadalete. Ein echtes Hafenstädtchen, das heute Nachmittag sehr ruhig ist. Alle Geschäfte haben zu, aber kurz vor dem Campingplatz finden wir noch einen kleinen Kiosk für ein paar Einkäufe. An einem Schalter in der Tür bestellen wir mit Händen und Füßen und Malous immer besser werdendem Spanisch die Vorräte, die wir brauchen. Solche kleinen Lädchen gibt es bei uns nicht mehr... Auf dem Campingplatz haben wir ein schönes ruhiges Plätzchen. Prima, um nach 4 doch öfter mal anstrengenden Lauftagen einen Tag zu bleiben. Aber sehr abwechslungsreich und schön!








