Frisch und munter und wieder gut ausgeruht starten wir in eine deutlich kürzere Etappe als gestern. Auch den Ozean werden wir heute, anders als in den letzten Tagen, nicht viel sehen. Wir laufen über die Vias Verdes de Entre Rios nach Chipiona und weiter zur Playa de la Ballena. Insgesamt etwa 18 Kilometer. Diese Vias Verdes ist wieder eine ehemalige Bahnlinie, die in einen Radweg verwandelt wurde. Das verspricht also eine flache Route zu werden.
Wir verlassen das Hotel und laufen durch das Zentrum von Sanlúcar de Barrameda. Es ist Montagmorgen, aber auf der Straße ist es noch ruhig. Morgen ist der 28. Februar, ein Feiertag hier in Andalusien. Dann feiern sie den Dia de Andalucia, den Tag, an dem sie 1980 eine autonome Region wurden. Das Konfetti vom Umzug gestern Abend liegt noch auf der Straße. Es wirkte ein bisschen wie mit Karneval kombiniert, mit vielen verkleideten und feiernden Menschen. Heute haben die meisten Spanier hier auch noch frei, nur ein paar Bäckereien haben schon geöffnet. Es dauert eine Weile, bis wir aus der Stadt heraus und auf der Vias Verdes sind. Dort angekommen, stellt sie sich, jedenfalls hier am Anfang, als ein ganzes Stück weniger idyllisch heraus als der vorige Radweg, dem wir gefolgt sind, die Vias Verdes del Litoral. Wir laufen ein paar hundert Meter hinter Häusern entlang und kommen dann wieder auf eine Straße. Es ist zum Glück keine große Straße, und sie führt an ein paar Häusern und landwirtschaftlichen Flächen mit dem inzwischen bekannten Plastik vorbei.
Nach etwa zwei Kilometern wird die Straße zu einem unbefestigten Weg mit einem Radweg daneben. Die Landschaft bleibt bis Chipiona ungefähr gleich, ab und zu kommen wir an ein paar Häusern vorbei, vor allem aber an vielen Feldern. In Chipiona führt die Route nah am Meer entlang. Dort machen wir eine Pause am Wasser, bevor die Route mehr nach Osten abbiegt. Auf diesem zweiten Stück wird die Landschaft natürlicher, mit mehr Bewuchs. Vor allem große Eukalyptusbäume, Sauerklee und der weiße Affodill sorgen für das Grün am Wegrand. Die Wege lassen sich leicht laufen, und so sind wir früh am Campingplatz, wo uns beim Zeltaufbau der Wiedehopf Gesellschaft leistet. Es war eine ganz andere Etappe als in den letzten Tagen, was Landschaft und Länge angeht. Das spanische Hinterland hat definitiv auch seinen Charme.








