Heute Morgen nehmen wir den Zug zum kleinen Bahnhof von Conceição, um hier die Route wieder aufzunehmen. Der Frühling ist mit 21 Grad und Sonne voll zurück, also herrliches Wanderwetter heute! Vom Bahnhof gehen wir über die Straße zum Wasser. Das ist immer noch die Ria Formosa, an der wir zum ersten Mal am Ende von Etappe 8 entlanggelaufen sind. Es ist das letzte Stückchen dieses 60 Kilometer langen Naturschutzgebiets, danach kommen wir wieder an den Ozean. Wir laufen über den Kai des Fischerdorfs Richtung der Pfade durch die Dünen. Mitten auf dem Weg steht ein Mann mit einem Beagle, und wir kommen ins Gespräch. Er ist halb Portugiese, halb Franzose, also können wir uns einigermaßen verständigen. Französisch geht, aber Portugiesisch bleibt eine schwierige Sprache. Er zeichnet uns im Sand eine Karte der Gegend mit Dörfern, dem Wasser, Wäldern und unserem Campingplatz und erklärt uns genau, wie wir am besten laufen. Er geht ein Stück mit, um uns den Weg unten an einer Felswand entlang zu zeigen, und macht uns auf ein Pflänzchen aufmerksam, das man wie Salat essen kann. Es schmeckt salzig, der Mann vergleicht es mit Gewürzgurke, und es ist tatsächlich sehr lecker. Wir setzen unseren Weg auf kleinen Pfaden fort, am Wasser entlang, vorbei an niedrigen Sträuchern und mannshohem, weiß blühendem Ginster.
Etwas weiter oben liegen ein paar Dörfchen, eine Burg und eine Kirche, aber wir bleiben unten, bis wir im Osten am letzten Wasser der Ria Formosa vorbeikommen, die Dünen überqueren und am Ozean ankommen. Das ist jedes Mal ein gewaltiger Anblick. Wir suchen uns am Rand des Strandes ein Plätzchen für eine Pause. Ein Butterbrot, eine Tasse Kaffee, kleine Pfannkuchen und die Schuhe aus. Herrrlich!
Nach der Pause folgen wir der Küste bis kurz vor den Campingplatz. Etwa 7 Kilometer über den Strand, und die Schuhe bleiben aus. Barfuß laufen wir am Wasser entlang. Mal über den Strand, mal bis zu den Waden im Meer. Das Wasser ist kalt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Es liegen so viele Muscheln herum, dass unser Tempo drastisch sinkt. Aber wir haben keine Eile, unser Zelt steht schon, und mit 18 Kilometern ist es eine bescheidene Etappe. Wir lassen es ruhig angehen, gehen das letzte Stück noch kurz durchs Dorf, um ein paar Einkäufe zu erledigen, und sind rechtzeitig wieder auf dem Campingplatz. Das war wieder eine schöne Etappe. Das letzte Stückchen Ria Formosa und die letzte Etappe durch Portugal. In der nächsten Etappe laufen wir schon nach Spanien hinein!








