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Tag 37 · Etappe 25

Playa de El Palmar → Barbate

Entlang der Klippen von Caños de Meca

9. März

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4 Min. Lesezeit
24,7 km
2.190 mAnstieg
2.220 mAbstieg
82 mhöchster Punkt
4 h 41in Bewegung
🌦️ 18 °CWetter

Trails GR 145 Sendero Europeo Arco Atlantico 11 von 24 km

Unsere Sachen sind wieder trocken und für heute ist kein Regen angesagt, also geht es wieder los! Bevor wir aufbrechen, kommen die Katzen vom Campingplatz noch kurz vorbei, um sich zu verabschieden, wir bezahlen und machen uns auf den Weg zum Strand. Noch drei Etappen lang werden wir der Küste folgen, also bleiben wir auch heute in der Nähe des Ozeans. Schon bald laufen wir über den Strand auf einen großen Leuchtturm zu. Das Wasser steht niedrig und die Beine sind fit, also kommen wir ganz gut voran. Manche Sandabschnitte sind ziemlich weich, dann ist es sofort ein mühsames Gestapfe. An anderen Stellen macht der Sand Platz für Felsen. Dort liegen viele schöne Muscheln, die wir noch nie gesehen haben, also machen wir ordentlich Kniebeugen mit dem Rucksack auf dem Rücken, um sie aufzusammeln. Am Leuchtturm vorbei laufen wir ein Stück über eine asphaltierte Straße. Hier sieht man gut, wie schnell sich die Natur die Zivilisation wieder zurückholen kann. Die Straße mit noch recht neuem Asphalt ist mehr Düne als Straße geworden, also laufen wir doch lieber über den Strand. Wir nähern uns dem touristischen Dörfchen Los Caños de Meca mit ein paar Hotels und Surfschulen an der Küste. Wir laufen durch das Dorf und klettern danach ein ordentliches Stück durch Wälder hinauf, über einen sandigen Pfad, der von Baumwurzeln an Ort und Stelle gehalten wird. Juhuuu! Endlich mal wieder ein paar Höhenmeter!

Als wir mit dem Aufstieg beginnen, hängen die höchsten Teile des Berges noch in den Wolken, aber oben angekommen hat es etwas aufgeklart und wir haben einen schönen Blick über den Ozean. Zeit für eine Pause. Wir finden ein windgeschütztes Plätzchen und genießen unsere Brote und unseren Kaffee. Das Wetter wird immer besser, und nach der Pause haben wir freie Sicht auf die Bucht mit der Stadt Barbate, zu der wir heute laufen, und... in der Ferne, zwischen und über den Wolken über dem Ozean, sehen wir Berge. Wir checken Google Maps und unsere Vermutung stimmt: Das ist Afrika!! Es sind die Berge Marokkos, die zwischen den Wolken, aber doch deutlich, zu sehen sind. Schon etwas, worauf wir uns lange gefreut haben. Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen noch klarer, aber das hier hat auch etwas Magisches!

Wir laufen über einen alten Weg Richtung Stadt und genießen auch hier wieder die vielen Blumen am Wegesrand. Bei den ersten Häusern navigieren wir zu einer Post, um ein paar Sachen nach Hause zu schicken. Der kürzeste Weg durch die Stadt, danach noch kurz in den Supermarkt und dann zum Campingplatz. Diese Route führt uns durch Teile der Stadt, in die du als Tourist normalerweise nicht so schnell kommst. Weiße Wohnblocks ohne Balkone und mit wenigen Fenstern. Es ist eben ein bisschen anders als die Hafenstädtchen, durch die wir sonst wandern. Zwischen den Hochhäusern wird es immer voller. Die Zahl der Bierdosen um 13.00 Uhr erinnert an ein Sommerfestival. Die Leute sind freundlich, aber die Stimmung ist doch ziemlich grimmig. Es ist ganz schön viel Guardia Civil auf der Straße. Ein vorbeifahrendes Auto hält an und blockiert den Verkehr. Als wir vorbeigehen, kurbelt der Fahrer sein Fenster herunter und sagt, dass wir hier besser nicht laufen sollten und auf keinen Fall nach links gehen. Dort sei es 'solo peligroso', gefährlich... Die Route führt uns zum Glück nach rechts. Dort stehen noch viel mehr Busse der Guardia Civil. Als wir aus dem Viertel heraus sind, finden wir eine Nachricht, dass es 3 Stunden zuvor eine groß angelegte Razzia in dem Viertel gegeben hat. In diesem armen Viertel, in dieser Stadt, der 4.-ärmsten Spaniens, mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von gerade mal 8.000 Euro, versuchen Menschen auf andere Weise an Geld zu kommen. In diesen weißen Wohnblocks wurden 3 Banden ausgehoben, die Drogen schmuggeln. 20 Menschen wurden festgenommen, und jede Menge Drogen, Waffen und Geld wurden beschlagnahmt. Das erklärt so einiges... Im Rest der Stadt ist davon nichts zu merken und das Leben scheint ungestört weiterzugehen. Auf dem Campingplatz hören wir vom Platzwart, dass hier schon seit Jahren viel Polizei unterwegs ist, also wundert sich niemand wirklich darüber. Zum Glück liegt der Campingplatz ein Stück außerhalb der Stadt, ganz in der Nähe eines schönen Strandes. Wir bauen das Zelt auf und gehen dort, solange es trocken bleibt, noch ein bisschen weiter Muscheln suchen :-)

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